Bürgerinitiative

Weickartshainer Gegenwind

Gießener Allgemeine vom 08.10.2014


Windpark Grünberg/Laubach: BI reklamiert Umweltrisiken

Grünberg/Laubach (pm). In der Diskussion um vorrangflächen fordert die BI »Gegenwind« die ersatzlose Streichung der möglichen Windkraft-Vorranggebiete 4402a/b südlich des Lehnheimer Kreuzes aus dem Teilregionalplan Energie.

»Weder im Ort noch in unmittelbarer Nähe befinden sich Industrieanlagen, noch sonstige Anlagen mit erheblicher Rauch-, Staub- und/oder Lärmentwicklung. (...) Die Grünberg umgebende Landschaft eignet sich durch ihren Mittelgebirgscharakter gut für Terrainkuren und zur Erholung, wozu auch das sehr harmonische Landschaftsbild beiträgt.« Mit Auszügen aus der Expertise von Prof. Gehrke, 2013 zwecks erneuter Anerkennung Grünbergs als Luftkurort erstellt, eröffnet die BI »Gegenwind« Weickartshain ihre Pressemitteilung.

Gegenstand ist die Eingabe beim RP Gießen vom 26. September, mit der die Bürgerinitiative »die ersatzlose Herausnahme« der möglichen Windkraft-Vorranggebiete 4402a/b südlich des Lehnheimer Kreuzes aus dem Teilregionalplan Energie fordert. Käme es aber doch zum Bau der bis zu 201 Meter hohen »Mühlen« wäre dies nach Dafürhalten der BI ein »Abgesang für die »anmutige Heimatstadt«, wie sie in Gehrkes Expertise beschrieben wird.

»Diese Waldareale sind ungeeignet«

Die Vorrangflächen in städtischem Besitz wurden so weiter die BI, ausersehen, ungeachtet der Nähe (»kaum mehr als 1000 m«) zum Wohngebiet Ziegelberg, zur TKS und zu den Ortsteilen Lehnheim und Weickartshain. Das Gehöft »Ziegelhütte« wäre gar nur
600 m entfernt. »Für alle Betroffenen wäre dies eine unaufhörliche Belastung und Plage über Jahrzehnte hinweg!« Dagegen leiste »Gegenwind« fortwährend Widerstand, habe bereits zahlreiche Einwände vorgetragen und Fachgutachten unterbreitet.

Jüngste Eingabe wendet sich nun konkret gegen die Ausweisung der Vorrangflächen 4402 a/b (laut Arbeitskarte des RP). Nach Ansicht der Windparkgegner erscheint die Ausweisung »unbegründet« und »widersinnig«, genügten doch die Waldareale »unter keinen Umständen den (...) relevanten Eignungskriterien.« Selbst die Grundvoraussetzung hinreichender Windhöffigkeit für einen wirtschaftlichen Betrieb sei bisher nicht objektiviert worden.

Laut BI bestehen für die in Rede stehenden Waldflächen gleich mehrere Restriktionen: »Neben den naturschutzfachlichen Restriktionen (Lage in Wasser- und Waldschutzgebiet) verbleiben noch zusätzliche Konflikte, nämlich die Unvereinbarkeit mit dem Schutz und der Erhaltung eines Naherholungswaldes für die als Luftkurort prädikatisierte Stadt Grünberg.« Des Weiteren stehe die Windenergienutzung auch im Konflikt mit der Sicherung des Wildbestandes sowie mit einer ungestörten Jagdausübung. Nicht zuletzt aufgrund des massiven Widerstandes der betroffenen Bürger stünden also einem Vorranggebiet Windenergie weitere öffentliche Belange entgegen.

Weiter Dr. Jörg Neudert names der BI: »Wir beantragen somit die ersatzlose Herausnahme der Flächen VRG 4402a und 4402b aus dem TRPE. Für den Fall einer Antragstellung nach BImSchG für insgesamt drei WEA durch (den Projektierer) iTerra auf diesen Flächen dringen wir darauf, dass das Genehmigungsverfahren solange auszusetzen ist, bis eine diesbezügliche objektivierte gutachterliche Bewertung zweifelsfrei jegliche Umweltrisiken ausschließen kann.«

»Herausnahme vor 2. Offenlegung!«

Erinnert wird noch an die Eingabe an den RP, mit der auf Vorkommen windkraftsensibler Arten in den möglichen Vorranggebieten 4402a/b wie auch 4115 (nördlich Gemarkungsgrenze zu Laubach) abgehoben wird. »Würden auf diesen Plangebieten Windkraftanlagen aufgestellt, unterlägen die streng geschützten Rotmilane sowie auch der Schwarzstorch einem erhöhten Tötungsrisiko.« Auch aus Gründen des Arten- und Naturschutzes verbiete sich also gesetzlich eine Nutzung der Flächen für Windenergie.

Das RP habe inzwischen den Erhalt beider Eingaben bestätigt und zugesagt, die Argumente im Zuge des laufenden Planungsprozesses zum Teilregionalplan in die Abwägung der Regionalversammlung miteinzubeziehen. Das Ergebnis werde im Gebietssteckbrief für das VRG WE 4402 a/b dokumentiert. Dass man lieber bereits jetzt eine »ausschlaggebende Stellungnahme« erhalten hätte, wird angemerkt. Doch vertraue man auf eine vorschriftsgemäße Prüfung und Abwägung aller Risikopotenziale. Aufgrund der »unwiderlegbaren Gegebenheiten« aber sieht die BI nach Abwägung durch die Regionalversammlung als »einzig mögliches Ergebnis«, dass diese Flächen als »nicht geeignet« für Windenergie eingestuft werden. Deshalb erwartet man deren Streichung, und zwar im vorhinein zur zweiten Offenlegung des TRPE.

 

Gießener Anzeiger vom 08.10.2014

 

Gießener Allgemeine vom 15.09.2014

»Gegenwind«: Windräder bei Lauter Gefahr für Trinkwasser

Grünberg/Laubach (pm/tb). Der Vogelsberg ist eine bedeutende Trinkwasser-Ressource, zahlreiche Gewinnungsanlagen zeugen davon. Aus den Brunnen in der Talaue der Lauter etwa werden über drei Millionen Kubikmeter gewonnen. Die BIs »Gegenwind« warnen nun vor einer Gefahr fürs Trinkwasser, würden dort Windräder gebaut.

Die Planungen der »iTerra Wind« GmbH, Projektierer des Interkommunalen Windparks Grünberg und Laubach (IGL), nämlich sehen den Bau zweier »Mühlen« innerhalb der Schutzzone des Wasserwerks Lauter vor. Für die Bürgerinitiativen »Gegenwind« Weickartshain und Laubach eine Gefahr für das Trinkwasser, gingen doch mit Bau wie Betrieb von Windenergieanlagen (WEA) nicht zu akzeptierende Risiken einher.

Für die BIs ist es daher auch »absolut nicht nachvollziehbar, dass das RP Gießen im aktuellen Planungsstand des Teilregionalplans Energie ausgerechnet dort ein Vorranggebiet für Windenergienutzung (VRG 4115) festgesetzt hat.« Das Unternehmen iTerra plane zwei über 200 Meter hohe Anlagen auf dieser, in puncto Trinkwasser besonders kritischen Fläche.

RP: Wird in Abwägung einbezogen

Dabei, so die BI, »gelten Windenergieanlagen nachweislich als besonders gefährlich, enthalten sie doch große Mengen wassergefährdender Stoffe und dürfen grundsätzlich in Wasserschutzgebieten nicht errichtet werden.« Während des Baus wie auch des Betriebes, bei Störungen und Schadensfällen könnten diese Stoffe ins Trinkwasser gelangen und weitreichende Umweltschäden verursachen, die eine ernste Gefahr für die Gesundheit darstellten.

Pro WEA dieser Bauart kämen so nicht weniger als 2400 Liter wassergefährdender Hydraulik-, Transformatorenöle, Kühlmittel u.a.m. zum Einsatz, die austreten und somit das Grundwasser und in der Folge das Trinkwasser verunreinigen könnten. Bei unsachgemäßem Gebrauch, bei Unfällen, Explosion, Brand oder Leckagen aufgrund der hohen hydrostatischen Drücke, durch Windwurf bei Stürmen seien die Folgen technisch oftmals kaum beherrschbar, so dass riesige Mengen wassergefährdender Stoffe in den Untergrund gelangen könnten. Unkalkulierbarer Aufwand und enorme Kosten entstünden außerdem bei der erschwerten Beseitigung der Kontamination. Laut VDI stiegen die Schäden an Windrädern kontinuierlich an.

Wie die Windparkgegner erklären, habe man bereits im Oktober 2013 das RP Gießen darauf aufmerksam gemacht, dass man Bau und Betrieb der Anlagen in der Trinkwasser-Schutzzone als ein »nicht hinnehmbares Risiko für das Grund- bzw. Trinkwasser ansieht«. Zusätzliches Gefährdungspotential resultiere aus den ungünstigen topologischen Verhältnissen: »Geplante WEA-Standorte befinden sich in steiler Hanglage zum Fassungsgebiet, welche hangabwärts obendrein nur eine sehr dünne und somit stark erosionsgefährdete Bodenauflage aufweist.«

Die BI hat daher im August 2014 förmlich beim RP Gießen beantragt, die Vorrangfläche 4115 aus dem Teilregionalplan ersatzlos herauszunehmen bzw. bei einem Verfahren nach BImSchG dem Betreiber die Genehmigung zu versagen. Die Fachbehörde habe am 27. August zwar den Eingang der Eingabe bestätigt, jedoch ohne dezidierte Stellungnahme und ausweichend. Zitat RP: »Die vorgetragenen Argumente werden im Zuge des laufenden Planungsprozesses zum Teilregionalplan Energie behandelt und in die Abwägung durch die Regionalversammlung einbezogen werden.«

Zur wissenschaftlichen Stützung und Objektivierung ihrer Argumente, so wieder die BI, habe man vorsorglich einen Sachverständigen mit der Erstellung eines hydrogeologischen Gutachtens für dieses Gebiet beauftragt, dieses zusammen mit genanntem Einspruch dem Regierungspräsidium Gießen zugeleitet. In dem Gutachten würden alle wesentlichen hydrogeologischen Verhältnisse im Blick auf das bestehende Gefährdungsrisiko für das Trinkwasser dargestellt und kritisch bewertet.

Nicht zuletzt stehen für die BIs die folgenschweren Konsequenzen der Baumaßnahme zudem im Konflikt mit dem Wasserhaushaltsgesetz. Das verpflichte schließlich dazu, »die erforderliche Sorgfalt anzuwenden, um eine nachteilige Veränderung der Gewässereigenschaften zu vermeiden.« Insbesondere wenn es um den Trinkwasserschutz gehe.

»Ist es unter diesen Umständen überhaupt gerechtfertigt, besagtes Gebiet als geeignete Vorrangfläche für die Windenergienutzung auszuweisen?«, fragt die Bürgerinitiative. Auf der einen Seite stünden ausschließlich die wirtschaftlichen Interessen des Betreibers iTerra und der Gemeinde Grünberg (Flächeneigner); allerdings hätten diese beiden »Mühlen« kaum Aussicht auf Gewinn, besonders wenn man an die fragwürdig errechnete Windhöffigkeit und das Risiko der Nichtgenehmigung bedenke.

Zur Not rechtliche Schritte

Auf der anderen Seite stünden das Gemeinwohl, benannte Risiken sowie die fatalen Auswirkungen auf ein intaktes Waldgebiet. »Alle diese verhängnisvollen Folgen«, schließt die von Dr. Jörg Neudert verfasste Erklärung, »hätten Mensch und Natur zu erdulden, wobei ein Großteil der unkalkulierbaren Kosten wiederum von der öffentlichen Hand zu tragen wäre.« Um diese eklatante Gefährdung des Gemeinwohls abzuwenden werde man nötigenfalls alle gebotenen rechtlichen Schritte einleiten.

 

Gießener Anzeiger vom 13.09.2014

 

 

OVAG Kundenzeitschrift 2013

 

Gießener Allgemeine vom 17.08.2013

»Gegenwind« Weickartshain: »Stadt geht’s nur ums Geld«

Grünberg (pm). Verständnis für die Kritik an der Windkraft hat Wolfgang Greilich, FDP-Fraktionschef im Landtag, beim Besuch der BI »Weickartshainer Gegenwind« geäußert. Die machte ihrerseits ihren kritischen Standpunkt zu einem Windpark vor der Haustür deutlich: Den Städten Grünberg und Laubach gehe es nur ums Geld.

Die vielerorts geäußerten Bedenken, so Greilich in Weickartsahin, vor den Folgen des »im Zuge der Energiewende notwendigen Ausbaus der Windenergie« mit bis zu 200 m hohen Anlagen könne er gut nachvollziehen. »Zumal die insbesondere von den Grünen permanent befeuerte Energiewende-Euphorie dazu geführt hat, dass die Gefahren einer fehlgeleiteten Windenergiepolitik unterschätzt werden.« Für die FDP, so heißt es in der Mitteilung, sei es entscheidend, dass die Energiewende nicht auf Kosten von Mensch und Natur, sondern mit Augenmaß gestaltet werde.

BI: Verlust von Naherholungsgebiet

Die BI-Gründungsmitglieder Maik Walther und Michael Ziegler erläuterten Greilich und FDP-Landtagskandidatin Andrea Kaup die Situation vor Ort. Geplanten Windpark Laubach/Grünberg lehne man aus Sorge um den einhergehenden Verlust des Naherholungsgebietes Grünberger Wald entschieden ab. Walther mutmaßte, »dass das kommunalpolitisch breit getragene Projekt lediglich Geld in die Stadtkassen der unterfinanzierten Gemeinden bringen solle, obwohl aufgrund der durch Windschwankungen absehbaren Ausfallzeiten und fehlenden Speicherkapazitäten voraussehbar sei, dass die Anlagen nicht wirtschaftlich betrieben werden könnten.«

Der Windpark würde die »einzige zusammenhängende Waldfläche in Grünberg zerstören, zu erheblichen gesundheitlichen Belastungen für die Menschen durch Schall und Infraschall führen und darüber hinaus einen Attraktivitätsverlust der Ortschaft durch etwa um 20-30 Prozent sinkende Immobilienpreise nach sich ziehen. Wir sind nicht generell gegen Windkraft, aber gegen die planlose Aufstellung von WKA in der Landschaft«, so weiter Walther.

Greilich verwies auf den Landesentwicklungsplan, mit dem die CDU/FDP-Koalition den Grundstein für eine »rationale Energiewende« gelegt habe, indem Kriterien wie ein Mindestabstand von 1000 m zu Siedlungen und der Konzentrationsgrundsatz (kein Verspargelung) festgeschrieben worden seien, um die Belastungen für Mensch und Natur so gering wie möglich zu halten.

 

 

Gießener Allgemeine vom 22.07.2013

 

Gießener Anzeiger vom 22.07.2013

 

Gießener Anzeiger vom 17.07.2013

 

Gießener Allgemeine vom 12.07.2013

 

 

 

 

 

Nach oben